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LKW-Reifen im Sommer warten: Abfahrt-Check, Druck und Schäden

Redaktion Trucker-Treffpunkt.de · Veröffentlicht · 4 Min. Lesezeit

Mechaniker prüft in einer Werkstatt den Reifen eines Lkw; im Hintergrund ist einmal das Trucker-Treffpunkt-Signet auf einer Wandfläche zu sehen.

Kurz gesagt: Ein kurzer, systematischer Blick auf die Reifen gehört zur täglichen Abfahrtkontrolle. Im Sommer sind dabei Luftdruck, Profil und sichtbare Schäden ebenso wichtig wie die Vorgaben von Fahrzeug- und Reifenhersteller.

Ein kurzer, systematischer Blick auf die Reifen gehört zur täglichen Abfahrtkontrolle. Im Sommer sind dabei Luftdruck, Profil und sichtbare Schäden ebenso wichtig wie die Vorgaben von Fahrzeug- und Reifenhersteller.

Vor der Abfahrt: Reifen rundum ansehen

Die tägliche Abfahrtkontrolle umfasst nach den DGUV-Unterlagen auch die Reifen. Sichtbare Schäden und ungewöhnlicher Verschleiß gehören dabei in die Mängelmeldung. Bei Zwillingsbereifung müssen auch die innenliegenden Reifen mitgeprüft werden.

Wird ein Mangel festgestellt, ist er dem zuständigen Betrieb zu melden. Ist ein sicherheitsrelevanter Mangel nicht behebbar, soll das Fahrzeug nicht weiterbetrieben werden. § 23 StVO verlangt, dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs nicht leidet; für einen nicht behebbaren wesentlichen Mangel nennt die Vorschrift nur den kürzesten Weg aus dem Verkehr.

Druck nur kalt und passend zur Beladung prüfen

Den Reifendruck nur am kalten Reifen prüfen und beladungsbezogen nach den Vorgaben von Fahrzeug- und Reifenhersteller einstellen. Diese Vorgaben betreffen auch Tragfähigkeit und zulässige Geschwindigkeit der Bereifung.

Für die Sommerpflege nennt die BG Verkehr außerdem: Reifen vor UV-Strahlung, Hitze und aggressiven Reinigungsmitteln schützen. Für die Lagerung werden ein dunkler, kühler und trockener Ort genannt.

Profil und Bauart richtig einordnen

§ 36 StVZO setzt für das Hauptprofil eine gesetzliche Untergrenze von 1,6 Millimetern. Das ist die rechtliche Mindestschwelle; die verwendete Bereifung muss außerdem für Belastung und bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs geeignet sein.

Bei Kraftfahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen dürfen auf derselben Achse Radial- und Diagonalreifen nicht gemischt werden. Wer unsicher ist, sollte die Ausführung der montierten Reifen nicht selbst bewerten, sondern den zuständigen Betrieb oder einen qualifizierten Reifenfachbetrieb einbeziehen.

Tagescheck und jährliche Prüfung nicht verwechseln

Die tägliche Abfahrtkontrolle ersetzt keine jährliche Prüfung durch eine sachkundige Person. Die DGUV-Unterlagen führen beide Prüfungen getrennt auf: Fahrer prüfen vor der Abfahrt und melden Mängel; die jährliche Prüfung ist eine eigene Aufgabe.

Checkliste für Fahrer und Fuhrpark

  • Sichtprüfung: Reifen einschließlich der inneren Zwillingsreifen auf sichtbare Schäden und ungewöhnlichen Verschleiß prüfen.
  • Druck: Nur am kalten Reifen und beladungsbezogen nach Herstellerangaben prüfen.
  • Profil: Die gesetzliche Mindesttiefe von 1,6 Millimetern im Hauptprofil einordnen und die Hersteller- sowie Betriebsvorgaben beachten.
  • Bauart: Bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen auf einer Achse keine Radial- und Diagonalreifen mischen.
  • Mangel: Schäden, Druckverlust, ungewöhnlichen Verschleiß oder Warnmeldungen melden und das Fahrzeug bei nicht behebbaren wesentlichen Sicherheitsmängeln nicht weiterbetreiben.

Quellen und Stand

Die Quellen wurden am 13.08.2026 abgerufen. Maßgeblich sind die Vorgaben von Fahrzeug- und Reifenhersteller sowie die konkrete Fahrzeugausführung.

  1. § 36 StVZO – Bereifung und Laufflächen Gesetze im Internet, abgerufen am 13.08.2026
  2. § 23 StVO – Sonstige Pflichten von Fahrzeugführenden Gesetze im Internet, abgerufen am 13.08.2026
  3. BG Verkehr: Wenn der Reifen platzt BG Verkehr, abgerufen am 13.08.2026
  4. DGUV Information: Reifen und Räder – Prüfung und Betrieb Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, abgerufen am 13.08.2026
  5. DGUV Grundsatz 314-002 BG Verkehr, abgerufen am 13.08.2026
  6. DGUV Grundsatz 314-003 BG Verkehr, abgerufen am 13.08.2026

Wichtiger Hinweis

Diese Checkliste ersetzt weder die Betriebsanleitung noch die vom Fahrzeug- und Reifenhersteller vorgegebenen Druck-, Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitswerte. Reifendruck nur am kalten Reifen und beladungsbezogen nach diesen Vorgaben einstellen. Bei Schäden, ungewöhnlichem Verschleiß, Druckverlust oder einer Warnmeldung das Fahrzeug nicht eigenmächtig weiterbetreiben, sondern den zuständigen Betrieb bzw. einen qualifizierten Reifenfachbetrieb einbeziehen.